Der richtige Firmenname

rechtliche Grundlagen und Tipps

Wie soll Ihre Firma heißen? So einfach die Frage, so schwierig die Beantwortung. Die folgenden Absätze bilden eine Hilfe bei der Namenfindung aus rechtlicher und Marketing-Sicht.

Was Sie beim Firmennamen beachten müssen

Wer eine Firma gründet, benötigt natürlich auch einen Firmennamen. Dieser ist allerdings gar nicht so einfach zu finden, da

  • er originell sein sollte, damit der Wiedererkennungswert hoch ist
  • im Firmennamen erkennbar sein sollte, um welches Unternehmen es sich handelt
  • die rechtlichen Vorgaben bei der Namensgebung des Unternehmens beachtet werden müssen – einfach einen Fantasienamen für das Unternehmen nutzen ist bei einigen Rechtsformen nicht möglich

Welche Art und Form der Name einer Firma haben muss, wie Sie einen coolen Firmennamen finden und was Sie beachten müssen, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

 

Die rechtlichen Vorgaben bei der Namensgebung einer Firma

Bei der Findung eines Firmennamens kommt es nicht nur auf den originellen Namen an, auch muss der rechtliche Aspekt dabei beachtet werden.

  • Grundsätzlich gilt, dass die Rechtsform im Firmennamen vorhanden sein muss. Dies heißt, dass der Zusatz GmbH, AG, OHG, KG etc. immer am Ende des Firmennamens ersichtlich sein muss.

Beispiel: Thomas Weber gründet ein Online-Unternehmen, welches Naturprodukte vertreibt. Da er nicht mit seinem gesamten Vermögen haften möchte, gründet er das Unternehmen mit einem Freund und sie wählen als Rechtsform eine GmbH. Der Zusatz GmbH muss im Firmenname klar ersichtlich sein, daher nennen die beiden Freunde ihren Onlineshop Naturheilkunde Weber & Hartmann GmbH.

  • Ebenfalls dürfen Firmennamen nach Markengesetz nicht die Interessen und Markenrechte (Bild- und Wortmarken) anderer Marktteilnehmern verletzten. Die Prüfung des Firmennamens ist daher Voraussetzung.
  • Zudem müssen die Grundsätze der Firmenwahrheit und Firmenklarheit gegeben sein und der Name des Unternehmens darf nicht irreführend sein.
  • Auch muss erkennbar sein, wer der Firmeninhaber ist und welche Art von Unternehmen vorliegt.
  • Und praktisch jedes Unternehmen muss sich von einem anderen Unternehmen unterscheiten, welches im Handelsregister eingetragen ist und sich am selben Ort befindet.

Firmennamen einer Personenfirma

Bei einer Personenfirma reicht es in der Regel aus, wenn das Unternehmen den Familiennamen der Gründerin oder des Gründers führt.

Firmennamen einer Sachfirma

Eine Sachfirma muss eine Branchenbezeichnung erhalten, die die Tätigkeit des Unternehmens kennzeichnet. Hier muss bei der Namensfindung der Inhaber oder Gesellschafter nicht im Firmenname stehen. Allerdings ist ein individueller Zusatz erforderlich.

Beispiel: Claudia Weber gründet ein Unternehmen, welches Kissen und Decken aus Marokko importiert. Bei einer Sachfirma muss sie in ihrem Firmennamen angeben, dass sie einen Import betreibt und nennt ihre Firma „Textilimport GmbH“.

Firmennamen einer Fantasiefirma:

Eine Fantasiefirma ist in der Regel eine Einzelfirma. Bei dieser kann der Gründer oder die Gründerin eine beliebige Bezeichnung wählen, die als Firmenzusatz dient. Dies können etwa lateinische Buchstaben oder auch das @-Zeichen sein. Lediglich der Name der Gründerin oder des Gründers muss ersichtlich sein.

Firmennamen einer Mischfirma:

Auch eine Mischfirma muss sich an Regeln halten, da diese eine Kombination von Personen-, Sach- oder Fantasieelementen im Firmennamen hat. Hier müssen die Unterscheidungskraft wie auch die Kennzeichnungseignung gegeben sein. Der Firmenname darf nicht irreführend sein und sollte an der Gesamtheit der oben genannten Kriterien zu messen sein.

Einen originellen und kreativen Firmennamen finden

Insbesondere der Firmenname ist mitunter eines der wichtigsten Aushängeschilder und muss sorgfältig recherchiert und ausgewählt werden. Gute Firmennamen gibt es nicht wie Sand am Meer. Hier schaffen Unternehmen ein erstes entscheidendes Merkmal, mit dem sie sich von der Konkurrenz abheben können.

Fragen als Hilfestellung

Bei der Findung eines Firmennamens sollten Gründer auf einen originellen und kreativen Firmennamen setzen, der Wiedererkennungswert und dennoch Aussagekraft über die Tätigkeit des Unternehmens hat. Hört sich für Sie für den ersten Moment schwierig an?

Folgende Fragen schaffen eine erste Abhilfe und geben eine Übersicht, wie die Findung des Firmennamens angegangen werden kann:

  1. Was ist der Unternehmenszweck meiner Firma?
  2. Welche marken- und gewerberechtlichen Regeln muss ich beachten?
  3. Muss der eigene Name, bei der gewählten Rechtsform, ebenfalls im Firmennamen integriert werden?
  4. Wie kann ich einen Fantasienamen optisch gut im Logo unterbringen?
  5. Welche Aussagekraft hat der gewünschte Firmenname?
  6. Inwieweit unterscheide ich mich von anderen Firmen in der Branche?
  7. Ist der Name leicht und einfach zu merken?
  8. Ist im Netz eine freie Domain mit dem Namen erhältlich?

Wer sich diese Fragen gleich zu Beginn bei der Findung des Firmennamens stellt, wird es deutlich einfacher haben, den perfekten Namen für das Unternehmen zu finden.

Aufmerksam machen und vorausschauend denken

Ein weiterer Pluspunkt, den ein kreativer Firmenname hat, ist die Aufmerksamkeit, die er hervorruft. Für einen Firmennamen sind bildhafte Ausdrücke ideal, da sich die Menschen so das Wort gut einprägen können. Zu beachten ist, dass dabei keine negative Assoziationen hervorgerufen werden.

Wer evtl. in Zukunft eine Firmenerweiterung anstrebt, sollte vorausdenken und auch eine Erweiterung des Firmennamens berücksichtigen. Gibt das ein Firmenname im Nachhinein nicht her, sind die wählbaren Optionen (komplett neuer Name oder beim alten bleiben) beschränkt und werden der neuen Unternehmenssituation nicht vollständig gerecht.

Ideen sammeln über Familie, Freunde und das Internet

Auch das Einbeziehen von Familie und Freunde kann hilfreiche Tipps einbringen zur Länge oder der Wortwahl. Zudem sollte ein Firmenname selbstverständlich nicht zweideutig sein oder gar Abkürzungen enthalten.

Natürlich hat nicht jeder kreative Adern und kommt bei der Namensnennung der eigenen Firma direkt auf einen grünen Zweig. Auch hier bietet das Internet alle Möglichkeiten, das Finden eines Firmennamens zu vereinfachen. Zum einen kann gestöbert werden, wie andere Firmen in der Branche heißen und zum anderen gibt es einen Firmennamen Generator, der die Gründerin oder den Gründer tatkräftig unterstützt.

Der Firmennamen Generator NameRobot bietet Ihnen ein Tool, das effektiv und günstig zugleich ist. Mit dem Testzugang ist der Firmennamen Generator sogar kostenlos und bietet jede Menge Möglichkeiten, einen kreativen und einprägsamen Firmennamen zu finden. Von der Ideensammlung bis hin zum Markencheck ist mit NameRobot alles möglich.

Einen Firmennamen prüfen

Nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, § 37 HGB und § 12 BGB, darf der gewählte Firmenname die Interessen anderer Marktteilnehmer nicht verletzen, wenn sie eine gleich lautende oder gar ähnliche Firmenbezeichnung nutzen. Dabei genießen vor allem die Unternehmen, die bereits am Markt tätig sind, die älteren Rechte am Firmennamen. Weiterhin haben die Unternehmen Vorrang, die eine eingetragene Wortmarke beim Deutschen Patent- und Markenamt aufweisen können.

Aus diesem Grund ist bei der Prüfung des Firmennamens besonders wichtig. Ohne Prüfung können Unterlassungs- und Schadenersatzansprüchen die Folge sein. Bei Unternehmen, die ins Handelsregister eingetragen werden müssen, prüft das Amtsgericht, ob der gewählte Namen die Rechte Dritter verletzt. Vorab besteht die Möglichkeit, bei der IHK oder der HWK den Firmennamen prüfen zu lassen, um durch rechtliche Absicherung Folgekosten aus dem Weg zu gehen.

Einen Firmennamen schützen – die Wortmarke

Wenn Sie Ihren Namen des Unternehmens schützen wollen geschieht das über die Wortmarke.  Schützen Sie Ihren Firmenname als Wortmarke, haben Sie ein exklusives Recht auf den Markennamen. Somit haben Sie gegenüber den Wettbewerbern einen Vorteil, da diese Ihre Wortmarke nicht verwenden dürfen.

Sich vor Nachahmer schützen

Gerade dann, wenn eine innovative Idee erfolgreich ist, kommen schnell die Nachahmer. Haben Sie in diesem Fall die Wortmarke geschützt, können Sie gegen diese Nachahmer vorgehen und beispielsweise Angebote auf Ebay oder Amazon, die diese Wortmarke verwenden, einfach und problemlos löschen lassen. Zudem könnten Sie, wenn Sie wollten, Schadensersatz einklagen, der beispielsweise in Form eines Verletzergewinns eingefordert wird.

Vorgehen – Firmennamen als Wortmarke schützen

Um Ihren Firmennamen als Wortmarke zu schützen, muss diese angemeldet werden. Überlegenswert ist dabei auch, ob Sie gleich das Logo als eingetragenes Design schützen lassen möchten, was sinnvoll wäre. Beim Deutschen Marken- und Patentamt (DPMA) muss der Antrag auf Markenanmeldung erfolgen. Dies kann per Post, Fax oder auch online gesendet werden. Etwa drei bis vier Monate dauert es, bis der Firmenname registriert ist und Sie entsprechende Schutzrechte durchsetzen können. Zudem bietet die in Deutschland angemeldete Marke eine Basis für internationale Markenanmeldungen.

Die rechtlichen Bedingungen vorweg klären

Damit auch die rechtlichen Bedingungen gegeben sind, müssen Sie vorher prüfen, ob der Firmenname, der als Marke eingetragen werden soll, folgende Bedingungen erfüllt:

  1. Besitzt der Name Unterscheidungskraft
  2. Ist der Name als gewünschte Marke noch frei?
  3. In Ihrem Firmennamen dürfen keine „Hoheitszeichen“ vorhanden sein, was heißt, dass Ihre Firma nicht „Bundesgerichtshof“ oder „Bundeskanzler“ genannt werden darf.
  4. Der Firmenname darf nicht irreführend sein

Wer diese Regeln beachtet, kann innerhalb von wenigen Monaten seinen Firmennamen als Wortmarke eintragen lassen. Diese ist dann für 10 Jahre geschützt, muss dann aber, mit erheblichen Kosten, immer wieder verlängert werden.

Was kostete die Eintragung einer Wortmarke?

Wer eine Wortmarke eintragen lassen möchte, muss natürlich auch mit den entsprechenden Kosten rechnen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, die natürlich jeder für sich selbst entscheiden muss. Zum einen kann ein Anwalt hinzugezogen werden und zum anderen kann die Anmeldung als Wortmarke auch selbst durchgeführt werden. Bei der Anmeldung ohne Patentanwalt fallen folgende Kosten an:

Bezeichnung

Gebühr

 

Anmeldegebühr (bis zu drei Klassen)

300 Euro

Anmeldegebühr bei elektronischer Anmeldung

290 Euro

Klassengebühr Markenschutz für jede weitere Klasse

100 Euro

Beschleunigte Prüfung der Anmeldung

200 Euro

Verlängerungsgebühr (bis zu drei Klassen)

750 Euro

Verlängerungsgebühr ab vierter Klasse

260 Euro

Markenschutz Widerspruch

120 Euro

Löschung wegen Nichtigkeit bei absoluter Schutzhinderung

120 Euro

Löschung wegen Verfall

100 Euro

Rückerstattungsgebühr Markenschutz

10 Euro

 

 

 

Einen Firmennamen ändern

Wer den Firmennamen, ändern möchte oder muss, aus welchen Gründen auch immer, sollte einige Dinge beachten.

Änderungen im Handelsregister

Einzelunternehmen haben es da durchaus einfacher, den Firmennamen zu ändern. Unternehmen, die im Handelsregister eingetragen sind, müssen zum einen, bei einer GmbH, im Gesellschaftsvertrag die Namensänderung festlegen und zum anderen dies auch notariell beglaubigen lassen. Weiterhin muss die Firma mit dem neuen Namen ebenfalls im Handelsregister eingetragen werden und die „alte“ Firma gelöscht werden. Dies ist oftmals mit enormen Kosten verbunden.

Was kostet die Änderung eines Firmennamens?

Die Kosten bei einer Umbenennung der Firma sollten genau bedacht werden:

  • Notargebühren durch die notariell beglaubigte Änderung im Handesregister
  • Anpassung des Logo kommen meisten auch mit einher
  • das Briefpapier & weitere Medienformate wie Broschüren, etc. muss geändert werden
  • auch die Domain sollte entsprechend mit dem neuen Firmennamen zu finden sein
  • weitere versteckte Kosten

Hinzu kommen viele versteckte Kosten, die je nach Unternehmen oder Art der Firmennamensänderung variieren können. Daher sind die Gesamtkosten einer Änderung des Firmennamens nicht pauschal zusammenzufassen.

Beispiel: Bei der Namensänderung einer GmbH fallen mindestens 500 Euro für Notar und Handelsregistereintrag an. Neues Logo – bedeutet neues Briefpapier, neue Broschüren, neue Visitenkarten, etc.. Anpassungen auf der Webseite und evtl. auch das Registrieren einer neuen Domain müssen vorgenommen werden. Weitere für den Kunden sichtbare Formate wie Unternehmensschilder & Co. sollten ebenfalls angepasst werden

Diese ganzen Kostenpunkte sprechen dafür, sich eine Umbenennung genau zu überlegen ist. Ist sie wirklich nötig und den Aufwand und die Kosten wert, die dadurch entstehen? Je nachdem, wie stark sich ein Unternehmen über den Firmennamen ausmacht und bzw.. wie Google die Marke darüber definiert, können Umbenennungen auch zu Verlust an Kunden und Vertrauen führen.

Fazit

 

Der Namen einer Firma ist zugleich deren Aushängeschild. Wenn direkt in der Namensfindung rechtliche und auch marken-technische Aspekte beachtet werden, können Kosten gespart und Wettbewerbsvorteile forciert werden.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Artikel weiterhelfen und alle Fragen beantwortet konnten. Gerne sind wir Ihnen bei der Namensfindung Ihres Unternehmens sowie bei der Gründung behilflich. Vereinbaren Sie noch heute einen unverbindlichen Beratungstermin bei uns.

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