Formwechselnde Umwandlung

Wie Sie aus einer UG, GbR oder Einzelfirma eine GmbH machen

 

Wenn Sie eine GbR, UG oder Einzelfirma in eine GmbH umwandeln möchten, haben Sie dadurch natürlich einige Vorteile. Zum einen haften Sie nicht mit dem Privatvermögen, wie bei einer Einzelfirma oder einer GbR. Zum anderen entscheiden Sie sich mit der GmbH für ein solides Ansehen, den eine UG durch ihr geringes Startkapital nicht ausstrahlt.

Schritt für Schritt zur GmbH

Welche Voraussetzungen je bestehender Rechtsform für eine Umwandlung gegeben sein müssen, welche Schritte die Umwandlung in eine GmbH umfasst und welche Rolle dabei die Thesaurierungspflicht spielt, erklären wir Ihnen in diesem Artikel.

Diese Voraussetzungen gelten, wenn das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt werden soll

Je nach bisheriger Rechtsform gelten einige Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, soll das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt werden. Hier haben wir Ihnen kurz aufgeführt, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen:

  • Von der Einzelfirma zur GmbH
    Die Einzelfirma kann als Sacheinlage in die GmbH eingebracht werden und unterliegt so nicht dem Umwandlungsgesetz.
    In einigen Fällen ist auch sinnvoll eine GmbH Neugründung durchzuführen, die hier beschrieben wurde.
    Bei der Umwandlung müssen ein Spaltungsplan und Sachgründungsbericht erstellt werden.
    Zudem muss der Nachweis der Werthaltigkeit erbracht werden.
  • Von der UG zur GmbH
    Bei der Umwandlung müssen drei Viertel der Gesellschafter zustimmen.
    Die Stammkapitaleinlage muss mindestens 25.000 Euro betragen. Davon ist die Hälfte sofort zu zahlen. Der Rest muss als Sacheinlage oder bar jederzeit verfügbar sein.
    Da die UG nur eine besondere Variante der GmbH und somit keine eigenständige Rechtsform ist, sind keine Vorschriften des Umwandlungsgesetzes anzuwenden.
    Die Steuer- und Handelsregisternummern bleiben gleich.
    Es gibt keine Änderungen der juristischen Personen.
    Zudem ist die Thesaurierungspflicht zu beachten, was heißt, dass in der Regel 25 Prozent des Gewinns als Rücklage gebildet werden muss. So ist der Schritt von einer UG in eine GmbH deutlich einfacher, wenn bereits einiges an Stammkapital vorhanden ist.
  • Von der GbR zur GmbH
    Wer nach dem Umwandlungsgesetz vorgehen möchte, muss zuerst einen kleinen Umweg einschlagen. Die GbR muss in eine OHG umgewandelt werden und kann erst dann in eine GmbH umgewandelt werden.
    Sinnvoller ist es oftmals eine GmbH mit Sachgründung zu eröffnen, bei der die UG als Sacheinlage dient.
    Auch eine Bargründung ist möglich, hat aber den Nachteil, dass Sie in diesem Fall eine GmbH und eine UG besitzen, da nur Teile der UG in die GmbH einfließen.

Am Ende muss natürlich jeder für sich entscheiden, welche Gründe ausschlaggebend sind, um eine Firma in eine GmbH umzuwandeln. Am einfachsten ist es dabei natürlich eine Einzelfirma in eine GmbH umzuwandeln, da hier im Endeffekt eine Neugründung einer GmbH stattfindet und die Einzelfirma als Sacheinlage verwendet werden kann. Die GbR hingegen muss einen Umweg hinnehmen und die UG kann bereits im Vorfeld auf entsprechenden Rücklagen bauen und diese dann als Stammkapital einzusetzen.

Beispiel: Claudia Weber möchte ihr Online-Unternehmen, das als Einzelfirma gemeldet ist, in eine GmbH umwandeln, da sie die Vorzüge der Haftung nutzen möchte. Um es so einfach wie möglich zu machen, gründet sie eine neue GmbH mit ihrer Freundin. Claudia Weber bringt das Einzelunternehmen als Sacheinlage mit einer Höhe von 30.000 Euro in die GmbH ein. Ihre Freundin hingegen macht eine Bareinlage von 20.000 Euro und bringt zudem noch einen Wagen mit einer Höhe von 10.000 Euro in die Firma ein. So steht einer GmbH Gründung nichts mehr im Wege.

Die Umwandlung in einer GmbH geht immer mit einer Kapitalerhöhung vonstatten

Möchten Sie Ihr Unternehmen in eine GmbH umwandeln, muss natürliche eine Kapitalerhöhung erfolgen. Diese beträgt mindestens 25.000 Euro, die als Bareinlage oder Sacheinlage getätigt werden kann. Bei einer Sacheinlage kann so etwa die Einzelfirma in die GmbH eingebracht werden. Bei einer UG beispielsweise herrscht Thesaurierungspflicht, was heißt, dass am Ende des Jahres 25 Prozent des Gewinns als Rücklage in die Firma eingebracht werden müssen. So wird Stück für Stück eine Stammkapitalerhöhung durchgeführt, über die das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt werden kann.

  • Kapitalerhöhung aus Rücklagen der Gesellschaft

Die Kapitalerhöhung aus Rücklagen der Gesellschaft ist eine spezielle Form der Kapitalerhöhung, die in Grund- bzw. Stammkapital umgewandelt wird. Dabei gibt es bestimmte Voraussetzungen, wie:

  • die Dreiviertel-Mehrheit oder
  • der Beschluss zur Anmeldung ins Handelsregister.

Zudem können die Gewinnrücklagen, wenn sie nicht zweckbestimmt sind, in voller Höhe umgewandelt werden. Es spielt dabei keine Rolle, ob es die Kapitalrücklage oder die gesetzliche Rücklage ist, wenn sie den zehnten oder höheren Teil des Grundkapitals nicht übersteigt. Nur für den Fall, dass die Bilanz einen Verlust oder Verlustvortrag ausweist, ist die Umwandlung von Gewinn- oder Kapitalrücklage nicht möglich. Sobald das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen ist, gilt das Grundkapital als erhöht.

Die Erhöhung des Nennkapitals aus Gesellschaftsmitteln unterliegt dabei nicht den Steuern von Einkommen und Ertrag (§ 1 KapErtrStG). Allerdings entstehen durch die Kapitalerhöhung Kosten, wie:

  • Notargebühren
  • Handelsregistergebühren.

Diese können von der Gesellschaft getragen werden, ohne dass eine verdeckte Gewinnausschüttung zu sehen wäre. Handelt es sich jedoch um Kosten, die in einem Übernahmezusammenhang stehen, müssen diese vom Gesellschafter getragen werden.

  • Kapitalerhöhung durch Mittel der Gesellschafter

Wer eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln durchführen möchte, muss auf einige Dinge achten.

  • Aus dem Gesellschafterbeschluss muss eindeutig hervorgehen,
    • dass aus Gesellschaftsmitteln eine Kapitalerhöhung entsteht
    • in welcher Höhe die Umwandlung der Rücklagen erfolgt
  • Der Beschluss kann erst dann erfolgen, wenn
    • der Jahresabschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr feststeht
    • die Ergebnisverwendung beschlossen ist
  • Die neuen Geschäftsanteile stehen den Gesellschaftern im Verhältnis ihrer bisherigen Geschäftsanteile zu

Sollte jedoch ein Verlust oder Verlustvortrag ausgewiesen werden, kann eine Rücklage nicht in Stammkapital umgewandelt werden.

Nachdem das Kapital aufgebracht ist, muss die Anmeldung der Kapitalerhöhung im Handelsregister, durch alle Geschäftsführer erfolgen. Bei er Anmeldung können sich die Geschäftsführer nicht vertreten lassen, da sie eine strafbewehrte Versicherung abgeben müssen. Bei der Anmeldung muss das notarielle Protokoll über die Kapitalerhöhungsbeschlussfassung, die vollständige Neufassung des Satzungswortlautes, sowie die Übernahmeerklärung und die Liste der Übernehmer vorgelegt werden. Auch die Verträge mit den Sacheinlegern, wenn vorhanden, ist vorzulegen.

Sobald diese geprüft ist, wird die Änderung des Stammkapitals im Handelsregister erfolgen.

  • Kapitalerhöhung durch Sacheinlage

Auch kann eine Kapitalerhöhung erfolgen

  • mit einer Sacheilage oder
  • aus einer Kombination von Sach- und Bareinlage

So kann beispielsweise auch eine Einzelfirma komplett oder in Teilen in eine GmbH als Sacheinlage eingebracht werden, wenn die Rechtsform umgewandelt werden soll. Übliche Sacheinlagen sind dabei folgende Sachwerte:

  • Maschinen
  • Autos
  • Gebäude
  • Grundstücke

Beispiel: Thomas Weber hat eine Einzelfirma, ein Online Unternehmen. Dieses floriert gut und nun möchte er mit seinem Freund eine GmbH gründen, um nicht mit dem Privatvermögen zu haften. Hierzu muss jeder Gesellschafter Kapital in die GmbH einbringen. Herr Weber, dessen Einzelfirma 30.000 Euro „wert“ ist, bringt das komplette Unternehmen als Sacheinlage in die GmbH.

Kosten einer Kapitalerhöhung

Die Kosten einer Kapitalerhöhung sollten nicht unterschätzt werden. Die Papiere müssen notariell beglaubigt sein und auch der Handelsregistereintrag ist mit Kosten verbunden. Wer sich dabei noch beraten lässt, muss auch hier mit Kosten rechnen. Diese Kosten sind in der Regel allerdings als Betriebsausgaben absetzbar.

Fazit

Eine Umwandlung in eine GmbH enthält an sich nur zwei große Punkte, die beachtet werden müssen:

  • Die Voraussetzungen für eine Umwandlung
  • Die Kapitalerhöhung

Aber genau diese Punkte enthalten Fallstricke, auf die in dem Fall geachtet werden müssen und auch gibt es nicht den einen Weg – eine Rechtform wird generell immer an den Grundmanifesten eines Unternehmens festgemacht.

Um alle Voraussetzungen klar abzustecken und auch bei der Kapitalerhöhung den passenden Weg einzuschlagen, stehen wir Ihnen mit unserer jahrelangen Expertise zur Seite und gestalten die Umwandlung schnell, vollständig und unkompliziert.

 

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