GmbH und die Haftung

Das müssen Sie wissen

Wie die Rechtform schon ausdrückt, genießt die GmbH die Pflicht, nur mit beschränktem Vermögen zu haften. Doch was genau umfasst die GmbH Haftung? Und ab wann haften Geschäftsführer und Gesellschafter mit dem Privatvermögen? Wir klären auf, wie die Haftung bei einer GmbH generell und in Sonderfällen geregelt ist.

Wie ist die Haftung einer GmbH geregelt?

GmbHs gelten als eigenständige juristische Personen. Dadurch erhalten sie gewisse Rechte aber auch Pflichten, die es zu erfüllen gilt. Zu einer der wichtigsten Pflichten gehört die Haftung.

Weit verbreitet ist das Missverständnis, dass lediglich das Stammkapital für die Verbindlichkeiten einer GmbH haftet, welches bei der Gründung mindestens 25.000 Euro zu betragen muss. Richtig ist vielmehr, dass gemäß § 13 Abs. 2 GmbH-Gesetz das gesamte Gesellschaftervermögen haftet.

Wann haftet man mit dem Privatvermögen?

Viele beachten jedoch nicht, dass es auch zu Ausnahmen hinsichtlich der GmbH Haftung kommen kann, die vor allem Geschäftsführer und Gesellschafter betreffen und zu einer persönlichen Haftung mit ihrem Privatvermögen führen können. Dies ist z. B. dann der Fall, wenn der Geschäftsführer die Interessen der Gesellschaft nicht wahrt und sein Handeln nicht nach diesen ausrichtet. Dadurch verletzt er seine Sorgfaltspflicht und hat die Konsequenzen, wie etwa eine Haftung mit seinem Privatvermögen, zu tragen.

Auch während der Gründungsphase der GmbH ist das Haftungsrisiko für den Geschäftsführer und die Gesellschafter nicht unerheblich.

Persönliche Haftung des Geschäftsführers

Der Geschäftsführer einer GmbH ist dazu verpflichtet, immer im Interesse der Gesellschaft zu handeln und Schaden abzuwenden, selbst wenn die GmbH-Interessen mit seinen eigenen Interessen kollidieren. Laut §§ 43 Abs. 1 GmbHG ist er zur „Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes“ verpflichtet. Das bedeutet auch, dass Unwissenheit den Geschäftsführer nicht vor einer Haftung schützt. Von einem Geschäftsführer werden gewisse Kenntnisse und Fähigkeiten erwartet. Besitzt er dieses Wissen in bestimmten Bereichen nicht, muss er sich fachkundigen Rat z. B. von Buchprüfern, Steuerberatern oder Rechtsanwälten einholen. Wirtschaftliche Misserfolge begründen keine persönliche Haftung, solange sie nicht auf Fahrlässigkeit des Geschäftsführers beruhen.

Ein Geschäftsführer haftet gegenüber

  • der Gesellschaft (Innenhaftung)
  • den Finanzbehörden und Sozialversicherungsträgern (Außenhaftung)
  • Dritten (Außenhaftung)

 

Zur Geschäftsführerhaftung können folgende Punkte führen:

  • Überschreitung der eingeräumten Befugnisse:
    z.B. Kreditausgabe an Mitgeschäftsführer oder Prokuristen
  • Persönliche Bereicherung:
    z.B. Abrechnung privater Reisen über die GmbH, Gewährung zinsgünstiger Darlehen, Beschäftigung von Mitarbeitern während der Arbeitszeit für private Zwecke, Einstellung von unqualifizierten Familienangehörigen, Vergabe von Aufträgen an Freunde oder Unternehmen, die eine Umsatzbeteiligung zusichern
  • Verstoß gegen Kapitalerhaltungsvorschriften:
    z.B. Existenzvernichtung durch kalte Liquidation
  • Insolvenzverschleppung:
    Der Geschäftsführer ist dazu verpflichtet, die Finanzen der Gesellschaft ständig zu prüfen. Innerhalb von 3 Wochen muss ein Insolvenzantrag gestellt werden, und zwar von dem Zeitpunkt an, ab dem die Zahlungsunfähigkeit auftritt. Neben der Haftung mit dem Privatvermögen gegenüber den Gläubigern kann für eine Insolvenzverschleppung auch eine bis zu 3 Jahre lange Gefängnisstrafe drohen. Nach einer Verurteilung wegen einer Insolvenz-Straftat darf für 5 Jahren kein Geschäftsführerposten mehr angenommen werden.
  • Fehlende Eintragung ins Handelsregister:
    Bis die GmbH rechtskräftig ins Handelsregister eingetragen wurde haften sowohl die Gesellschafter als auch der Geschäftsführer mit ihrem Privatvermögen.

Persönliche Haftung der Gesellschafter

Doch nicht nur GmbH-Geschäftsführer tragen das Risiko mit ihrem Privatvermögen haften zu müssen. Das kann auch in bestimmten Fällen die Gesellschafter betreffen. Zu einer Gesellschafterhaftung kann es bei folgenden Punkten kommen:

  • Verantwortung für die Gesellschaftereinlage:
    Im Gesellschaftervertrag wird vereinbart, wie viel Kapital ein Gesellschafter in die GmbH einbringen muss, um seinen Anteil am Stammkapital zu leisten. Dabei können auch Sacheinlagen vereinbart werden. Verlieren diese jedoch an Wert, muss der Gesellschafter die Differenz mit seinem Privatvermögen zahlen.
  • Kapitalerhaltung:
    Die Gesellschafter müssen dafür sorgen, dass das erforderliche Stammkapital der Gesellschaft nicht entzogen wird und als Stammkapital zur Kapitalerhaltung der GmbH zur Verfügung steht. Ist ein Gesellschafter dazu nicht in der Lage, haften alle anderen Gesellschafter für seinen Anteil mit ihrem Privatvermögen.
  • Mithaftung durch Rechtsgeschäfte:
    Neben der Gesellschaft haften Gesellschafter auch mit ihrem Privatvermögen, wenn sie vorsätzlich und bewusst persönlich rechtsgeschäftliche Verpflichtungen eingehen. Das kann der Fall sein, wenn z. B. Vermieter, Banken oder andere Geschäftspartner sich nochmals zusätzlich absichern wollen.
  • Rechtsscheinhaftung gemäß § 35a GmbH-Gesetz:
    Wenn der Gesellschafter gegenüber dem Geschäftspartner so auftritt, als ob er ein Einzelkaufmann wäre. Dieser Eindruck entsteht z. B. dann, wenn auf Geschäftsbriefen der Zusatz GmbH hinter dem Firmennamen weggelassen wird. Auch muss eine Änderung der Rechtsform zur GmbH allen bisherigen Kunden kommuniziert werden und darf nicht heimlich erfolgen.
  • Bei begangenen Straftaten im Rahmen der Verantwortung für die GmbH:
    z.B. Bestechung, Veruntreuung, Betrug
  • Durchgriffshaftung:
    z.B. Vermögensvermischung bei einer Einmann-GmbH, Strohmänner, Unterkapitalisierung
  • Unqualifizierter Geschäftsführer:
    Haftung bei der Einsetzung eines unqualifizierten Geschäftsführers

GmbH Haftung während der Gründungsphase

Die Gründung einer GmbH funktioniert meist nicht von heute auf morgen. In der Zeit nach der Anmeldung und vor dem offiziellen Eintrag ins Handelsregister darf die GmbH nach Außen nur als GmbH in Gründung (GmbH i.G.) auftreten.

Diese Phase ist sowohl für den Gründer als auch für die Gesellschafter mit einem gewissen Risiko verbunden, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht die beschränkte Haftung greift. Im Ernstfall sind sie mit ihrem gesamten Privatvermögen haftbar anstatt nur mit ihrer Stammeinlage. Bestehen bei der Gründung einer GmbH außerdem noch Verbindlichkeiten gegenüber der Vor-GmbH, müssen die entsprechenden Gläubiger mit dem Privatvermögen der Gesellschafter bezahlt werden.

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